Reisetipps für Herzpatienten
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Reisetipps für Herzkranke
Kann ich reisen? Auf was muss ich achten?
Fragen, die sich Herzkranke immer wieder stellen.
Die nachfolgende Übersicht gibt Ihnen die Antworten.
Wer sollte nicht reisen?
Patienten innerhalb der ersten
• 3 Wochen nach Koronardilatation
• 3 Wochen nach Herzschrittmacher
• 3 Monate nach Herzinfarkt
• 3 Monate nach Herzoperation
• Patienten mit Angina pectoris (Brustenge) bei niedriger Leistungsstufe wie Gehen
zu ebener Erde oder Beschwerden bei wenigen Treppenstufen.
• Patienten mit zunehmender Angina pectoris.
• Patienten mit Luftnot bei niedriger Leistungsstufe wie Gehen zu ebener Erde oder wenigen Treppenstufen.
• Patienten mit zunehmender Luftnot oder zunehmenden Ödemen.
• Patienten mit wiederholtem Schwindel.
• Patienten mit plötzlichen Bewusstlosigkeiten.
Wer kann reisen?
Grundsätzlich können reisen
• Patienten nach Herzinfarkt
• Patienten mit Herzschwäche
• Patienten mit künstlichen Herzklappen
• Patienten mit Herzschrittmacher
• Patienten mit Defibrillator
die keine wesentliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit haben,
mit z.B. nur leichter Angina pectoris bei hoher Belastungsstufe (Bergangehen), mit stabiler Angina pectoris, d.h. bekannten Beschwerden, die sich nicht verschlimmert haben. Luftnot nur bei sehr hoher Belastung, keine kürzlich aufgetretenen Bewusstlosigkeiten.
Reisevorbereitungen
• Ärztliche Untersuchung ca. 3 Wochen vor der Reise
(um noch Änderungen oder Kontrollen vornehmen zu können)
• Krankheitsunterlagen vervollständigen und mitnehmen
(OP-Bericht, Dilatationsbericht, letzter Arztbrief, Schrittmacherausweis)
• Übliche Medikamente in ausreichender Menge besorgen,
Inhaltsstoffe aufschreiben
• Information des ärztlichen Dienstes der Luftfahrtgesellschaft oder Reederei
(bei Fernreisen)
• Information über medizinische Versorgung im Urlaubsland einholen
(ärztliche Versorgung, Rettungswesen, Krankenhaus in der Nähe?)
• Impfungen (nicht intramuskulär bei Marcumarpatienten)
• Auslandskrankenversicherung, Krankenversicherungsunterlagen
• Rückholversicherung, Automobilclub, Versicherung etc.
• Reiserücktrittskostenversicherung
Spezielle Reisevorbereitungen
für KHK-Patienten
• Belastungs-EKG machen lassen
• zusätzlich Nitro-Spray mitnehmen
für Herzklappenpatienten
• Quick-Wert bzw. I\R-Wert checken
• Marcumar-Ausweis
• Quickwert-Selbstbestimmung
• Endokarditisprophylaxe (Zahnbehandlung u. ä.)
• letzter Ultraschall-Bericht (Echokardiographie)
Patienten mit Herzschwäche
• letzter Ultraschall-Bericht (Echokardiographie)
• letzter Röntgenbericht
• tägliche Gewichtskontrolle
• Ernährungsumstellung beachten (salzarme Ernährung)
Schrittmacherpatienten
• Schrittmacherkontrolle machen lassen
• Schrittmacherausweis mitnehmen
• ärztliche Untersuchung bei neuerlicher Bewusstlosigkeit
Was ist bei der Reise zu beachten?
• Langstreckenflüge
für gut belastbare Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzklappenpatienten, Schrittmacher- und Defiträger möglich. Vorab Info an Fluglinie, Krankenunterlagen griffbereit in der Handtasche.
Langes Sitzen bei Langstreckenflügen bringt die Gefahr einer Thrombose mit
sich, die zu einer Lungenembolie führen kann. Ein besonderes Risiko einer solchen Gerinselbildung haben Patienten mit Venenleiden, abgelaufener
Venenthrombose, nach Operationen z. B. am Knie und im Bauchraum, mit Gerinnungsstörungen, Raucher, Frauen nach einer Geburt, Frauen, die die Pille einnehmen.
• Gegenmaßnahmen
Mit dem Arzt die Notwendigkeit von Thrombosestrümpfen und Heparinspritzen klären. Auf jeden Fall Bordgymnastik: Muskelpumpe: Ferse und Zehen abwechselnd heben, Fußkreisel, Unterschenkel beugen und strecken, Knie anheben, Rückendrücken. Viel trinken, aber keinen bzw. wenig Alkohol. Regelmäßig im Gang spazieren gehen.
• Extremsituationen meiden
z.B.: schwere Bergtouren, Wüstensafaris, Grönlandtour, Überlebenstraining, Hitze, Kälte, lange Autofahrten, Aufregung, Reisestress. Sorgfältige Reisevorbereitung und ggf. Begleitperson reduzieren das Risiko einer Überbelastung.
• Langsame Eingewöhnung am Urlaubsort
z.B. nicht am ersten Tag einen 3000 m hohen Berg angehen oder stundenlang in der Sonne liegen.
• Regelmäßige leichte bis mittlere Belastung
ist wünschenswert, z.B. Wandern und Ausdauersport.
• Ärztliche und Notfall-Versorgung am Urlaubsort klären
• Telefonnummern von (am Urlaubsort erfragen)
Arzt
Rettungswagen
Klinik
Kardiologe
• Regelmäßige Medikamenteneinnahme
Besonders zu beachten
Für KHK-Patienten:
• bei neuerlicher Angina pectoris oder Belastungsluftnot den Arzt aufsuchen,
Belastung vermeiden, bei schwerer oder anhaltender Angina pectoris den
Rettungswagen anrufen.
Für Herzklappenpatienten:
• bei neuerlicher Belastungsluftnot, zunehmenden Ödemen oder Gewichtszunahme Arzt konsultieren, Belastungen vermeiden, Quickwertkontrolle (INR-Wert), bei Lähmungen oder Sprachstörungen sofort in die Klinik.
Für Patienten mit Herzschwäche:
• bei neuerlicher Belastungsluftnot, zunehmenden Ödemen oder Gewichtszunahme Arzt konsultieren, Belastungen vermeiden, tägliche Gewichtskontrolle, ggf. Quickwertkontrolle (INR-Wert).
Für Schrittmacherpatienten:
• ärztliche Untersuchung bei neuerlicher Bewusstlosigkeit, langsamem Herzschlag, Muskelzucken (im Schrittmacherbereich).
